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Interview mit EAGLE Deutschland GmbH

Interview mit EAGLE Deutschland GmbH

20/12/2016 | Allemagne

Interview auf der EuroBLECH mit dem Herrn Jess, dem Geschäftsführer der deutschen EAGLE Niederlassung.

Der Hersteller Eagle Deutschland GmbH über die neuesten Entwicklungen und ihrem technologischen Vormarsch.

Metal-Interface: Vielen Dank für Ihre Zeit, um ein kurzes Interview zu führen!

Eagle: Gerne!

Metal-Interface: Zu Beginn, würde ich Sie bitten Ihr Unternehmen vorzustellen!

Eagle: Die Firma Eagle ist ein polnisches Unternehmen, das es mittlerweile seit 10 Jahren am Markt gibt. Seit 8 Jahren bauen wir unsere eigenen Laserschneidmaschinen.
Wir haben uns von Anfang an auf Hochleistungsmaschinen mit Linearmotoren und Faserlasern spezialisiert. Das heißt, wir haben unsere Maschinen so entwickelt, dass unsere Kunden die Vorteile der hohen Schneidgeschwindigkeit des Faserlasers auch tatsächlich nutzen können. Eagle Maschinen basieren nicht auf Brennschneidmaschinen oder vormaligen CO2 Lasermaschinen.

Metal-Interface: Wie sieht Ihre Zielgruppe aus?

Eagle: Wir haben Maschinen im Einsteigerbereich, die sehr günstig zu betreiben sind und besonders in der Einzelteilfertigung und Kleinserienfertigung effizient eingesetzt werden.
Unsere Hochleistungsmaschinen bieten wir mit Multi-kW Lasern, wie zum Beispiel 6 kW, 8 kW oder mehr an. Hierbei geht es dann hauptsächlich um die effiziente Massenfertigung. Dazu können wir aber später nochmals kommen, wenn wir über das neue Produkt, das wir hier zeigen, sprechen.
Durch den Einsatz des Faserlasers richten wir uns natürlich ganz an die Zielgruppe der Metallverarbeiter sämtlicher Art. Durch unser breites Produktspektrum können wir für jeden Anwender die richtige Lösung anbieten.

Metal-Interface: Wie sieht es denn mit den Standorten aus? Sie meinten ja, Sie sind ein polnisches Unternehmen. Haben Sie auch in weiteren Ländern Standorte?

Eagle: Mit unseren ersten Maschinen, die wir im Jahr 2008 gebaut haben, haben wir uns zuerst auf den osteuropäischen Markt konzentriert, hauptsächlich auf den polnischen Markt. Mittlerweile sind die Maschinen natürlich so weit ausgereift, dass wir sie problemlos im Ausland verkaufen können. Bereits seit einiger Zeit wachsen wir kontinuierlich aus Polen heraus. Wir haben sehr starke und sehr
gute Geschäfte in Skandinavien und in den Beneluxstaaten. Wir arbeiten nahezu überall auf der Welt mit ausgewählten Händlern zusammen. 2016 haben wir, auch das ist eine der Neuigkeiten der EuroBLECH, einen eigenen Standort in Deutschland gegründet. Der deutsche Markt ist sehr wichtig für uns. Wir sehen hier große Wachstumschancen und sind jetzt dabei den Bekanntheitsgrad der EAGLE Maschinen zu erhöhen. Wir wollen in Deutschland mit einer eigenen Niederlassung präsent sein, um eine ausgezeichnete Unterstützung und Ersatzteilversorgung für unsere anspruchsvollen Kunden zu gewährleisten.

Metal-Interface: Wo findet man Sie dann zukünftig in Deutschland?

Eagle: Der Standort ist in Trier, im Herzen Europas. Sehr verkehrsgünstig gelegen, direkt an der A1, und auch recht einfach mit dem Flugzeug zu erreichen. Unser Büro liegt in einem sehr schönen Industriepark. Dort haben wir zunächst einmal ein Ersatzteillager und das Vertriebsbüro eingerichtet. Für die Zukunft planen wir dort auch ein Vorführzentrum, damit wir unsere Kunden auch direkt vor Ort von den Vorteilen unserer Maschinen überzeugen können.

Metal-Interface: Könnten Sie mir noch etwas zu der Unternehmensgröße sagen? Wie viele  Arbeitnehmer beschäftigt Eagle derzeit weltweit? Wie sieht der jährliche Umsatz aus?

Eagle: Zum Umsatz kann ich Ihnen derzeit keine genauen Informationen geben, aber wir sind circa 70 Mitarbeiter am polnischen Hauptwerk. Vertrieb und Support erfolgen in vielen Ländern durch unsere Händler. In Deutschland haben wir jetzt zunächst einmal eine Grundstruktur geschaffen, um unsere Kunden unterstützen zu können. Wir sind sicher, dass wir in den nächsten Jahren gerade hier deutlich wachsen werden.

Metal-Interface: Haben Sie, neben dem neuen Standort in Deutschland, weitere Ziele bzw. Entwicklungen, an denen Sie im neuen Geschäftsjahr arbeiten möchten?

Eagle: Wir erweitern unser Produktspektrum kontinuierlich. Allzu viel möchte ich dazu aber noch nicht verraten. Wir haben hier auf der Messe zum ersten Mal eine Maschine mit einem 12 kW Laser vorgestellt. Dies ist das Produkt, auf dem wir in den nächsten Jahren aufbauen wollen. Wir sehen einen ganz klaren Trend zu mehr Leistung. Auch hier auf der Messe konnte man das sehen. Die Messe findet alle 2 Jahre statt und die durchschnittliche Laserleistung wächst in diesem Zeitraum ziemlich genau um 2 kW. Hatten vor 2 Jahren hier auf der EuroBLECH viele Topmodelle noch 4 kW, sind es dieses Jahr schon 6 kW. Das heißt, Sie werden 6 kW Laser an nahezu jedem Stand finden und einige Hersteller gehen auch schon darüber hinaus. Aber wir zeigen mit unserer iNspire 12 kW das leistungsfähigste Laserschneidsystem, das derzeit am Markt erhältlich ist.

Metal-Interface: Könnten Sie dazu bitte noch ein bisschen mehr erklären? Ist das die Neuheit, die Sie hier auf der Messe vorstellen?

Eagle: Was wir hier vorstellen, sind zwei Dinge. Einmal, unser Einsteigermodell eSmart für die Einzelteil- und Kleinserienfertigung, das wir schon kurz erwähnt hatten. Auch für diese Maschine bieten wir Automatisierungslösungen an. Aufgrund des Aufbaus der eSmart – der Wechseltisch befindet sich auf der Seite des Bedienpultes – kann der Bediener die Maschine sehr schnell manuell be- und entladen und die geschnittenen Teile auch sofort begutachten. So können unsere Kunden bereits mit unserem Einsteigermodell sehr effizient arbeiten. Das 12 kW Modell, wie gesagt die leistungsfähigste Laserschneidmaschine, die derzeit am Markt erhältlich ist, hat noch besondere Alleinstellungsmerkmale. Sie ist mit einem genial einfachen Wechseltisch ausgerüstet, durch den der Tischwechsel deutlich unter 10 Sekunden erfolgt. Wir haben dieses Wechseltischsystem ohne jegliche Hydraulik oder aufwendige Mechanik konstruiert. Ein wirklich sehr einfaches System. Auch das begeistert unsere Kunden, weil es eben die Produktivität deutlich erhöht und dabei trotzdem die
Komplexität der Maschine verringert. Wettbewerbssysteme haben in der Regel eine um 3 längere Tischwechselzeit. Unser Bediener muss teilweise den Tischwechsel mehrmals hintereinander vorführen, weil unsere Besucher so sehr von der Geschwindigkeit beeindruckt sind. Mit 12 kW Laserleistung können wir Baustähle bis zu einer Dicke von 60 mm und rostfreie Stähle bis zu einer Dicke von 45 mm schneiden. Das sind Schneidbeispiele, die Kunden gerne sehen. Wir sehen den großen Vorteil der Maschine aber darin, Baustähle mittlerer Dicke, 5 - 15 mm, nicht mit Sauerstoff,
sondern mit Stickstoff zu schneiden. Durch die Technologie des Stickstoffschneidens haben wir die Möglichkeit die hohe Energie des 12 kW Lasers direkt in Schneidgeschwindigkeit umzusetzen. Wir  erreichen bei 5 – 6 mm Baustahl dadurch Geschwindigkeiten, die teilweise um den Faktor 4 bis 5 höher liegen als beim klassischen Brennschnitt mit Sauerstoff.

Metal-Interface: Das klingt sehr interessant! Worin liegt, Ihrer Meinung nach, der Vorteil von Eagle im Vergleich mit dem Wettbewerb?

Eagle: Wir sind ein junges, dynamisches Unternehmen, um damit mal anzufangen. Sehr energisch in der Entwicklungsarbeit und immer an vorderster Front. Der 12 kW Laser ist ein Beweis dafür. Wir haben eine sehr intensive und enge Kooperation mit dem Hersteller der Laserstrahlquellen. Wir sind, wie gesagt, der Hersteller, der die 12 kW Laserstrahlquelle als Erster vorführen konnte. Wir konzentrieren uns ganz auf die Produktivität unserer Maschinen und setzen ausschließlich Linearmotoren ein. Wir setzen auf unseren Maschinen der High Perfomance Reihe INspire eine Brückenkonstruktion aus Kohlefasermaterial ein und erreichen damit extreme Beschleunigungen von bis zu 6G. Wir sind stark auf die technologische Entwicklung zur Steigerung der Produktivität fokussiert. Unsere Maschinen sind sozusagen um die Eigenschaften des Faserlasers, wie zum Beispiel die besonders hohen Schneidgeschwindigkeiten, herum bebaut. Wir bedenken auch jederzeit, dass einfache Lösungen oftmals die schnellsten und problemlosesten Lösungen sind. Wir bieten einen Wechseltisch, über den wir schon gesprochen haben, ohne zusätzliche, aufwendige Hubmechanik, ohne Hydraulik an, der aber trotzdem um den Faktor 3 schneller als jene der Mitbewerber ist. Das Gleiche gilt für unseren neuen Schneidkopf, den wir eVa nennen. Wir nutzen für die Änderung von Fokuslage oder Brennweite keine motorische Verstellung im Schneidkopf. Es ist ein komplett geschlossenes System. Wir konnten so die Verschmutzung der optischen Schutzgläser um den Faktor 10 verringern, das Austauschintervall also um den Faktor 10 verlängern. Wir können dadurch, dass wir die Einstellung von Fokuslage und Brennweite sehr weit entfernt von der Bearbeitungsstelle vornehmen, sehr viel höhere Standzeiten der Optiken erreichen. Keine Technologie um ihrer selbst willen. Das ist der größte Unterschied zum Wettbewerb. Einfach und dadurch produktiv!

Metal-Interface: Das ist ein guter Slogan! Haben Sie abschließend möglicherweise noch etwas zu ergänzen?

Eagle: Vielleicht zum Abschluss ein kurzer Rückblick auf diese Messe. Dies war ja nicht unsere erste EuroBLECH. Wir haben uns dieses Jahr bewusst dafür entschieden, unser 12 kW Lasersystem zu zeigen, um unsere Technologieführerschaft vor Ort demonstrieren zu können. Wir schneiden die ganze Messe hindurch fehlerfrei mit 12 kW, also auch nicht mit reduzierter Leistung. Das ist für unsere Besucher sehr beeindruckend! Gerade für den deutschen Markt ist die Beachtung, die wir gefunden haben, sehr wichtig. Wir sind noch ein kleines Unternehmen und erst relativ kurze Zeit am Markt. Hier konnten wir erfahren, dass unsere Technologieführerschaft wirklich akzeptiert und anerkannt wird. Der deutsche Markt wird für uns immer wichtiger und wir sind sicher, dass wir zu den Maschinen, die wir schon installiert haben, in Zukunft auch noch viele weitere verkaufen werden.

Metal-Interface: Ich danke Ihnen noch einmal für das Interview und wünsche Ihnen viel Erfolg!

Eagle: Danke!