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Interview mit dem Unternehmen ELMA-Tech GmbH

Interview mit dem Unternehmen ELMA-Tech GmbH

20/12/2016 | Allemagne

Interview auf der EuroBLECH Messe mit dem Herrn Klein, Geschäftsführer der ELMA-Tech GmbH.

ELMA-Tech GmbH setzt auf qualitative und innovative Schweißmaschinen und stellt im Gespräch die neuen Produkte vor.

Metal-Interface: Vielen Dank Herr Klein, dass Sie sich bereit erklärt haben ein Interview mit uns zu führen!

Elma-Tech: Gerne!

Metal-Interface: Könnten Sie zu Beginn Ihr Unternehmen vorstellen? Ihre Hauptaktivitäten, Ihre Produkte und die Technologie, mit der Sie sich beschäftigen?

Elma-Tech: Die Elma-Tech ist ein Unternehmen, angesiedelt im südlichen Oberberg, 70 km östlich von Köln, und befasst sich mit der Entwicklung und der Produktion von Schweißmaschinen, jeglicher Art. Das sind unter anderem Widerstandsschweißmaschinen, Lichtbogenschweißmaschinen und Stromquellen für Plasmaspraying und Lichtbogendrahtspritzen.

Metal-Interface: An welche Kundengruppe richten Sie sich mit Ihren Produkten?

Elma-Tech: Das Kundenspektrum ist breit gefächert. Wir versorgen nationale und internationale Automotives und deren Zulieferer, Non-Automotives, Händler und Endkunden im KFZ-Reparaturbereich.

Metal-Interface: Vertreiben Sie Ihre Produkte hauptsächlich in Deutschland oder haben Sie auch Niederlassungen im Ausland?

Elma-Tech: Wir haben von Beginn an viel Wert darauf gelegt, unsere Produkte auch im Ausland zu vertreiben. Natürlich ist ein Großteil unserer Aktivitäten in Deutschland zu sehen, aber wir haben zeitweise bis zu 60 % Umsatzanteile im Ausland gehabt.

Metal-Interface: Können Sie ein paar Länder nennen, in denen Sie tätig sind?

Elma-Tech: Wir sind unter anderem im europäischen Ausland, in China, Brasilien, Mexiko, Japan, Südafrika und Russland unterwegs, bauen unser Netzwerk jedoch stetig weiter aus.

Metal-Interface: Die Erschließung weiterer Märkte scheint eines Ihrer Ziele zu sein. Haben Sie noch andere Entwicklungsziele, die Sie im nächsten Jahr anstreben?

Elma-Tech: Wir haben eine neue Generation unserer Steuerungstechnologie „Virtuelle Maschine“ entwickelt, die virtuelle Maschine 3. Wir freuen uns darauf, sie nächstes Jahr zur Marktreife zu bringen, da sie uns viele neue Möglichkeiten bietet. Außerdem werden wir uns weiterhin intensiv mit dem Thema Aluminiumwiderstandsschweißen auseinandersetzen. Zusätzlich bereiben wir im Augenblick gemeinsam mit der TU Chemnitz zwei Forschungsprojekte.

Metal-Interface: Haben Sie vielleicht auch ein neues Produkt, das Sie jetzt gern vorstellen möchten?

Elma-Tech: Ein neues Produkt haben wir hier auf der EuroBLECH nicht ausgestellt, aber wir arbeiten ständig an der Verbesserung unserer Produkte. Wir zeigen hier an unserer Standmaschine und der Roboterzange den Einsatz unserer Servo- Pneumatik, die für das Widerstandsschweißen einiges an Vorteilen bietet. Vorne rechts sehen Sie unsere MIDI-MIG, nun auch mit einem externen Drahtvorschub ausgerüstet. Wir freuen uns darüber, dass unsere Lichtbogenschweißtechnik ein solch großes Interesse auf der Messe hervorruft. Jahrelang haben preiswertere Maschinen im Fokus der Anwender gelegen. Doch am Ende haben sich Qualität und Innovation wieder einmal durchgesetzt. Bei uns stimmt einfach das Preis- Leistungs-Verhältnis!

Metal-Interface: Wie unterscheiden sich denn Ihre Produkte von denen Ihrer Mitbewerber? Weshalb soll ein Unternehmen Ihre Produkte wählen?

Elma-Tech: Es gibt natürlich eine Reihe von technischen Möglichkeiten und Gründen, warum der Einsatz unserer Technologie für den Kunden von Mehrwert ist. Am einfachsten zu begreifen und zu erkennen ist das im Bereich des Widerstandsschweißens. Hier kann durch Einsatz unserer virtuellen Maschine in Verbindung mit der Leichtbautechnik der Kunde direkt beim ersten Einschalten den Mehrwert erkennen. Die Anlage ist so einfach zu bedienen, dass jede nicht ausgebildete Kraft durch das vollautomatische Schweißen in der Lage ist, hochqualitative Schweißprodukte zu erstellen. Einfach Plug and play.

Metal-Interface: Konzentrieren Sie sich dann vermehrt auch darauf, dass Ihre Maschinen wirklich sehr einfach zu bedienen sind? Ist dies ein Aspekt, den Sie hervorheben bei Ihren Produkten?

Elma-Tech: Es kommt auf den Einsatz an. Im Bereich Lichtbogen lieben unsere Kunden die Offenheit der Steuerung. Das heißt, dass sie sich den Lichtbogen so kreieren können, wie er ihren Vorstellungen entspricht. Das ist nicht einfach zu bedienen, da muss man wissen, was man tut. Was das Thema Widerstandsschweißen betrifft, ist es so, dass viele Anwender wenig Erfahrung haben. Nehmen Sie als Beispiel den KFZ-Reparaturbereich. Da wussten und wissen selbst die Fachkräfte oft wenig über das Widerstandsschweißen. Wenn man ihnen dort diesen Automatismus anbietet, gibt man ihnen die nötige Sicherheit beim Widerstandsschweißen. Für diesen Einsatz gibt es wirklich nichts Besseres auf dem Markt.

Metal-Interface: Wie finden Ihre Kunden zu Ihnen und Ihren Produkten?

Elma-Tech: Wir suchen mit unserer Präsenz auf Messen und im Internet sowie durch einen ausgezeichneten Service und Außendienst die Nähe zu unseren Kunden. Sucht jemand eine Lösung für sein Schweißproblem, dann trifft er bei der ELMA-Tech auf einen Partner, der aufgrund des breiten schweißtechnischen Know-how's und Equipments in den meisten Fällen helfen kann. Wir verkaufen gerne Schweißmaschinen. Das geht uns aber in den meisten Fällen nicht weit genug, denn noch viel lieber kümmern wir uns um den Schweißprozess selber. Hier möchten wir gemeinsam mit unseren Kunden für hochwertige Produkte sorgen – mit einem größtmöglichen Maß an Qualität. Den Kontakt zu uns findet man jedenfalls leicht über das Internet. Unsere Mitarbeiter stehen jederzeit bereit, um auf die Wünsche unserer Kunden einzugehen.

Metal-Interface: Sie haben ja erwähnt, dass Sie jetzt in dieser Technologie sehr weit vorne sind. Haben Sie dann auch spezielle Unternehmensbereiche, in denen Sie Forschung und Entwicklung betreiben?

Elma-Tech: Wir sind kein großes Unternehmen. Bei uns ist es von Anfang an aber so gewesen, dass wir einen verhältnismäßig hohen Anteil an Ingenieuren und Technikern in unserer Belegschaft haben. Diese werden ganz flexibel eingesetzt. Aufgaben, die vom Kunden zur Lösung beauftragt werden, werden verteilt. Das gilt auch für eigene Forschung und Entwicklung. Dazu zählen auch Mitarbeiter aus den Bereichen Produktion, Einkauf und Vertrieb. Bei Bedarf können wir so leicht Kapazitäten erhöhen.

Metal-Interface: Wobei das ja auch von Vorteil sein kann...

Elma-Tech: Trotz unserer überschaubaren Belegschaft sind wir sehr innovativ und können auf einen Pool von sehr gut ausgebildeten und motivierten Mitarbeitern zugreifen, auch wenn sie nicht direkt in der Abteilung Forschung und Entwicklung angesiedelt sind. Das gilt auch für unseren Prof. Dr. Peter Puschner, dem Erfinder unserer Technologie. Obwohl er am 2. November diesen Jahres 74 Jahre jung geworden ist, steht er uns mindestens 2 Tage die Woche zur Verfügung. Auch meine Person ist seit der Absolvenz des Studiums mit der Schweißtechnik verbunden, wie auch die meisten unserer Mitarbeiter. Das birgt natürlich ein großes Reservoir an Erfahrung, obwohl der Anteil an Mitarbeitern, die direkt im Bereich F&E arbeiten „nur“ 10 % am Mitarbeiterstamm beträgt. So sind wir in der Lage, viele Projekte zeitgleich zu bearbeiten. Das macht uns so erfolgreich und auch schnell in der Entwicklung.

Metal-Interface: Können Sie denn schon eine Bilanz auf dem Geschäftsjahr 2016 ziehen? Und im allgemeinen, wie ist Ihre Sicht auf die aktuelle Situation der Industrie?

Elma-Tech: Es ist schwer, eine Diagnose zu stellen. Wir haben dieses Jahr sehr viele neue Aufgaben bekommen. Es haben sich einigen Knoten gelöst, an deren Entwirrung wir lange Zeit gearbeitet haben. Natürlich haben auch wir die Auswirkungen des sogenannten „Abgasskandals“ zu spüren bekommen. Das erste Halbjahr war trotzdem ganz ok. Im zweiten Halbjahr verzeichnen wir doch eine gewisse Zurückhaltung. Wir werden das nicht überbewerten. Auf der anderen Seite haben wir eine große Anzahl schöner Erfolge errungen. Mit der endgültigen Bewertung werden wir uns nach dem Jahreswechsel beschäftigen.

Metal-Interface: Möchten Sie abschließend noch etwas an die Besucher von Metal-Interface richten?

Elma-Tech: Ich bin, wie alle anderen Mitarbeiter in der Firma, technologiebesessen und ich möchte nur sagen, dass es sich lohnt, auch wenn es manchmal schwerfällt, in Deutschland Hightech zu entwickeln und zu produzieren. Man sollte sich nicht scheuen, damit auf dem weltweiten Markt aufzutreten, entgegen aller Hindernisse. Die Arbeit wird sich in Zukunft lohnen!

Metal-Interface: Sehr schön gesagt.
Dann danke ich Ihnen für Ihre Zeit und das interessante Interview!